Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

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Rolf Arnold

Kompetenz

K. bezeichnet das Handlungsvermögen der Person. Während der Begriff → „Qualifikation“ Fähigkeiten zur Bewältigung konkreter (in der Regel beruflicher) Anforderungssituationen bezeichnet, d.h. deutlich verwendungsorientiert ist, ist der Begriff K. subjektorientiert. Er ist zudem ganzheitlicher ausgerichtet: K. umfasst nicht nur inhaltliches bzw. fachliches → Wissen und Können, sondern auch außerfachliche bzw. überfachliche Fähigkeiten, die häufig mit Begriffen wie Methodenk. („know how to know“), Sozialk., Personalk. oder auch → Schlüsselquaifikationen umschrieben werden.

Feststellbar ist seit den 1980er Jahren eine Differenzierung des Begriffs, die es mit sich bringt, dass nahezu alle Facetten eines neuzeitlichen Bildungsideals zu eigenständiger K. hochstilisiert werden, wenn z.B. von Medienk., ökologischer K., Demokratiek. usw. die Rede ist. Bei dieser inflationären Differenzierung von K. droht allerdings das verbindende Muster verloren zu gehen, durch welches sich der K.begriff von anderen Begriffen wie Qualifikation, → Bildung, Können usw. abgrenzen lässt.

Das allen Begriffen Gemeinsame ist die Entwicklung eines subjektiven Potenzials zum selbstständigen Handeln in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Dieses subjektive Handlungsvermögen ist nicht allein an Wissenserwerb gebunden, es umfasst vielmehr auch die Aneignung ( → Aneignung – Vermittlung) von Orientierungsmaßstäben und die Weiterentwicklung der Persönlichkeit.

Immer deutlicher wird in den letzten Jahren erkannt, dass K. nicht nur in institutionalisierten Lernprozessen „vermittelt“ werden kann, sie entwickelt und erweitert sich vielmehr im Lebensvollzug, d.h. im Rahmen des lebenslangen Erfahrungslernens. K.entwicklung erfolgt demnach zu überwiegenden Teilen durch selbstgesteuertes Lernen ( → Selbstorganisation) am Arbeitsplatz. Die Frage, wie dieses oft noch zufällige En-passant-Lernen didaktisch-methodisch unterstützt, gefördert und nachhaltiger gestaltet werden kann, entwickelt sich deshalb gegenwärtig zu einer der zentralen weiterbildungspolitischen Thematiken. Die Funktionen, Angebotsformen und Aufgabenstellungen der etablierten Weiterbildungsinstitutionen werden sich dabei in dem Maße verändern, in dem diese sich auch zu Zentren der Unterstützung von K.entwicklung wandeln, eine Tendenz, die durch die Entwicklung multimedialer und netzbasierter Lernangebote noch verstärkt wird. Und die in diesen Zentren tätigen erwachsenenpädagogischen Professionals werden zukünftig stärker als Lernbedarfsermittler, Lernberatende, Gestalter von Lernarrangements sowie Begleiter/innen von selbstgesteuerten Lernprozessen tätig sein.

Literatur

  • Bergmann, B. u.a.: Kompetenz für die Wissensgesellschaft. Münster u.a. 2006

  • Clement, U./Arnold, R. (Hrsg.): Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung. Opladen 2002

  • Erpenbeck, J. u.a.: Kompetenzen bilanzieren. Auf dem Weg zu einer europaweiten Kompetenzerfassung. Münster u.a. 2006

  • Gnahs, D.: Kompetenzen. Erwerb, Erfassung, Instrumente. Bielefeld 2007

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt