Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

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Horst Siebert

Lehr-/Lernforschung

L. überschneidet sich mit bildungssoziologischer Forschung, Struktur- und Institutionenforschung, Statistiken der WB, Motivationsforschung, Curriculumforschung, Qualifikationsforschung, Evaluationsforschung, Kognitionsforschung usw. L. wird deshalb hier eingegrenzt auf empirische Untersuchungen des Zusammenhangs von → Lehren und → Lernen in → Veranstaltungen der EB. Dazu gehören auch eine Erforschung des selbstgesteuerten bzw. → selbstorganisierten Lernens und der → Lernberatung sowie die Untersuchung lebensweltlicher und betrieblicher → Lernkulturen.

Aufgabe der L. ist es nicht, „richtige“ Lehrmethoden zu entdecken, sondern Bildungsarbeit zu rekonstruieren, um dadurch auf die Faktorenkomplexion und Mehrdimensionalität aufmerksam zu machen. Die L. bemüht sich um Beobachtungen, die für das pädagogische Personal anregend sind, weil und wenn sie sich von den alltäglichen Beobachtungen unterscheiden, auch wenn „Fremdbeobachtungen“ den Selbstbeobachtungen der Praxis nicht ohne weiteres überlegen sind. Forschung erschließt das vielfältige „Feld“ des Lehrens und Lernens und erweitert dadurch das Spektrum der Handlungsmöglichkeiten. Vieles deutet darauf hin, dass Lernen nicht als Widerspiegelung der Lehre zu begreifen ist, sondern dass Lehre und Lernen als zwei selbstreferentielle Systeme zu betrachten sind, die nur lose miteinander verkoppelt sind. Eine solche Sichtweise wird durch systemisch-konstruktivistische Theorien nahe gelegt.

Die Beobachtungsergebnisse sind abhängig von den Untersuchungsmethoden, die sich zunächst einmal in fünf Verfahren untergliedern lassen, quantifizierende Verfahren, interpretative Verfahren, Begleitforschungen zu Modellversuchen (z.B. Aktionsforschung), kognitionswissenschaftliche Forschungen und neurowissenschaftliche Forschungen.

Zu den quantifizierenden Verfahren wiederum gehören folgende Ansätze:

  • soziometrische Beschreibungen (z.B. prozentualer Anteil und Dauer von Lehrer-/Schülerbeiträgen),

  • kombinierte Verfahren (z.B. Vergleich von Daten der teilnehmenden Beobachtung mit Befragungen von Lehrenden und → Teilnehmenden),

  • Sprachanalysen (z.B. Untersuchungen von „Unterschicht-“ und „Mittelschicht-Codes“, von geschlechtsspezifischer Sprache).

  • Zu den interpretativen Verfahren gehören folgende Modelle:

  • Inhaltsanalysen (z.B. Interpretationen wörtlicher Protokolle und Tonbandaufzeichnungen aus Seminaren) (Kejcz u.a. 1979; Nolda 1996),

  • Lesartenvergleich (Seminarprotokolle werden aus unterschiedlicher Perspektive interpretiert) (Arnold u.a. 1998),

  • Interviews (Lehrende und Lernende werden nach ihren Bildungsbiographien und Bildungserfahrungen befragt),

  • Differenzerfahrungen (Teilnehmende eines Seminars werden befragt, um die Vielfalt der Wahrnehmungen zu rekonstruieren) (Siebert 2008),

  • Milieuforschungen (Lernstile und Interessen und sozialästhetische Präferenzen unterschiedlicher → Zielgruppen,

  • Programmforschung (Botschaft und Semantik der Ankündigungstexte),

  • Kursforschung (Beobachtung und Evaluation des Unterrichts in Kursen und Lehrgängen).

Literatur

  • Arnold, R. u.a.: Lehren und Lernen im Modus der Auslegung. Baltmannsweiler 1998

  • Herrmann, U.: Neurodidaktik. Weinheim 2007

  • Kejcz, Y. u.a.: Lernen an Erfahrungen? Frankfurt a.M. 1979

  • Nolda, S.: Interaktion und Wissen. Frankfurt a.M. 1996

  • Nuissl, E. (Hrsg.): Vom Lernen zum Lehren. Bielefeld 2006

  • Siebert, H.: Konstruktivistisch lehren und lernen. Augsburg 2008

  • Weinert, F.E./Mandl, H. (Hrsg.): Psychologie der Erwachsenenbildung. Göttingen u.a. 1997

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt