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Dieter Münk

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

A.u.B. ist die unter möglichst umfassender Berücksichtigung von Ursachen, Wirkungen und Einflussfaktoren wissenschaftlich und methodisch abgesicherte Analyse zurückliegender, aktueller und zukünftiger Strukturen (Zustände) und Prozesse (Vorgänge), die für die gesellschaftliche Entwicklung des Verhältnisses von Arbeit und Beschäftigung (A.) sowie von Bildung und Beruf (B.) relevant sind. Während die A. primär jene Faktoren untersucht, welche die Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmen, konzentriert sich die B. entsprechend den Zielen der übergeordneten A. auf die Ermittlung sich wandelnder beruflicher Anforderungen sowie der aktuellen und zukünftig zu erwartenden Qualifikationsstrukturen (Qualifikationsforschung).

Besondere Bedeutung erhält dabei die einerseits an Mobilitäts- und Substitutionsprozessen in Arbeitsmärkten orientierte „Flexibilitätsforschung“, wie sie seit 1967 im Auftrag des Arbeitsförderungsgesetzes ( → Arbeitsförderung) von dem 1967 gegründeten und der → Bundesagentur für Arbeit angegliederten Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) betrieben wird, andererseits jedoch auch die Bildungs- und Berufsbildungsforschung, für die in den 1960er Jahren ebenfalls eigene Forschungsinstitutionen etabliert wurden (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, → Bundesinstitut für Berufsbildung).

Diese komplexen Aufgaben erfordern nicht nur ein hohes Maß an wissenschaftlicher Interdisziplinarität, sondern zugleich vielfältige Forschungsschwerpunkte; relevante Disziplinen sind heute u.a. Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, analytische Statistik, Soziologie, Bildungsforschung sowie die Berufsbildungsforschung, die insb. von der Berufspädagogik betrieben wird. Zentrale Problemfelder der A.u.B. sind erstens die Analyse und Prognose der Berufs- und Qualifikationsstrukturen sowie der Strukturen von Bildungs- und Beschäftigungssystem inklusive entsprechender Wandlungstendenzen, zweitens die Erforschung der Übergangs-, Abstimmungs- und Anpassungsprozesse innerhalb des Bildungs- bzw. Beschäftigungssystems und drittens die Interdependenzstrukturen zwischen diesen beiden Subsystemen.

Zu den Forschungsarbeiten des IAB und anderer, meist universitärer Forschungseinrichtungen zählen innerhalb dieser übergeordneten Arbeitsgebiete häufig empirische Untersuchungen, z.B. über den Wandel sektoraler, beruflicher und regionaler Beschäftigungsstrukturen, Studien über Wirkungszusammenhänge zwischen Arbeit und technologischem Wandel, über den Wandel der Erwerbsarbeit in veränderten Arbeitsstrukturen, über Berufsinhalte, Berufsverwandtschaften sowie über Ausbildungs- und Berufsverläufe; ferner Arbeiten zur Klassifikation und Systematisierung von Berufen, Ansätze zur Entwicklung von Arbeitsmarktmodellen sowie methodologische Grundlagenforschung und arbeitsmarktstatistische Erhebungen. Vor dem Hintergrund der Internationalisierungs- und Globalisierungsprozesse werden jenseits der nationalen Perspektive zunehmend Untersuchungen zu Fragen der internationalen Arbeitsmärkte, zum Vergleich von Qualifikationsstrukturen sowie zu Phänomenen der beruflichen und geographischen Mobilität wichtiger.

Neben ihrer wissenschaftlichen Funktion liegen die Forschungsziele der kontinuierlich expandierenden A.u.B. – bezogen auf das IAB – u.a. in der Beratungsfunktion für die BA (Datenerhebung und -analyse, Umsetzung dieser Erkenntnisse für die Berufsberatung der Arbeitsverwaltung). Zudem ist die Gesamtheit der relevanten Forschungsarbeiten von hohem prognostischem Wert für die moderne Arbeitsgesellschaft (z.B. Früherkennung von Qualifikationsbedarfen), insofern sie für die Arbeitsmarkt- und (Berufs-)Bildungs-Politik wissenschaftlich abgesicherte Informationen zur Bekämpfung aktueller und zur Vermeidung künftiger struktureller Ungleichgewichte bereitstellt.

Literatur

  • Dostal, W./Jansen, R./Parmentier, K. (Hrsg.): Wandel der Erwerbsarbeit. BeitrAB 231. Nürnberg 2000

  • Kleinhenz, G.: IAB-Kompendium Arbeitmarkt- und Berufsforschung. BeitrAB 250. Nürnberg 2002

  • Kupka, P.: Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. In: Arnold, R./Lipsmeier, A. (Hrsg.): Handbuch der Berufsbildung. Wiesbaden 2006

  • Nickolaus, R./Zöller, A. (Hrsg.): Perspektiven der Berufsbildungsforschung – Orientierungsleistungen der Forschung für die Praxis. Bielefeld 2007

  • Rauner, F. (Hrsg.): Handbuch der Berufsbildungsforschung. Bielefeld 2005

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt