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Ekkehard Nuissl

Lifelong Learning

Das L.L. hat sich in der angelsächsischen Erwachsenenbildung in den 1980er Jahren entwickelt. In Deutschland taucht der Begriff erstmals explizit im Jahr 1994 auf. In direkter Übersetzung aus dem Englischen verwendet man auf Deutsch die Bezeichnung → lebenslanges Lernen.

Seit 1995 wird in Deutschland verstärkt über L.L. gesprochen. Im Jahr 1996, als die Europäische Union das „European Year of Lifelong Learning“ ausrief, benutzte man zeitweilig auch den Terminus „lebensbegleitendes Lernen“ (wohl um die juristische Konnotation von „lebenslänglich“ zu vermeiden). Gelegentlich wird in Deutschland auch von „lebensbreitem Lernen“ gesprochen; dies entspricht einer Eindeutschung des englischen „life-wide learning“, mit dem nicht nur die Dauer des Lernens, sondern auch die alltägliche Reichweite des Lernens bezeichnet werden soll.

Im europäischen Ausland hat L.L. eine noch weit längere und differenziertere Geschichte:

  • als „recurrent education“ ist es eine angelsächsische Konzeption, liberal und pragmatisch, die Gleichheit und Effizienz miteinander verbinden will, stark ökonomischen Zielen verpflichtet ist und auf die OECD (1973) zurückgeht,

  • als „lifelong education“, vorgetragen von der UNESCO (Dave 1976), zielte es auf die Notwendigkeit, vor allem in entwicklungsorientierten Ländern eine kulturelle und nationale Identität wieder zu gewinnen und materielle Not zu bewältigen,

  • als „éducation permanente“ ist das Konzept dem frankophonen Aufklärungsbestreben, Wissenschaft und Kunst für die Lebenspraxis der Bevölkerung zu erschließen, verpflichtet; in dieser Richtung hat sich auch der Europarat (1970) artikuliert.

L.L. spielt in der jüngsten europäischen Bildungspolitik eine große Rolle, indem es bildungspolitischer Ausdruck dafür ist, dass die Qualifikationen der arbeitenden Menschen an neue Techniken und Anforderungen angepasst werden müssen und die Europäische Gemeinschaft allein von einer allseitigen Entwicklung der Personen und ihrer staatsbürgerlichen Aktivitäten abhängt. In den europäischen Programmen, die Erwachsenenbildung thematisieren, wird seit 1996 immer häufiger der Begriff des L.L. statt der „Erwachsenenbildung“ bzw. „adult education“ u.a. verwendet. Mittlerweile haben sich aber auch hier die Begriffe geklärt; Erwachsenenbildung ist neben Schule und Hochschule eine der drei Säulen des L.L. im europäischen Bildungsraum.

Literatur

  • Dave, R.H.: Foundations of Lifelong Education. Hamburg 1976

  • Dohmen, G.: Das Lebenslange Lernen. Leitlinien moderner Bildungspolitik. Bonn 1996

  • Nuissl, E.: Das „Memorandum über Lebenslanges Lernen“ (2000) der Europäischen Kommission. In: Koerrenz, R./Meilhammer, E./Schneider, K. (Hrsg.): Wegweisende Werke zur Erwachsenenbildung. Jena 2007

  • OECD: A Strategy for Lifelong Learning. Paris 1973

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt