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Ekkehard Nuissl

Modellversuche

M. sind wichtige Instrumente der Bildungspolitik. Dies gilt auch dann, wenn sie im privaten und gesellschaftlichen Bereich verortet sind. Mit M. werden oft unterschiedliche Ziele verfolgt, mit unterschiedlichen Mitteln und in unterschiedlichen Kontexten.

Zentrales Merkmal von M. ist der Zugang zu etwas, was noch nicht geläufige und erprobte Praxis ist. Impliziert wird dabei immer ein neuartiger konzeptioneller Zugriff, der zielgerichtet erprobt und (in der Regel) evaluiert wird. Generelles Charakteristikum von M. ist das innovative Element, das in der Regel in der Verknüpfung von bereits Bekanntem mit neuen oder anderen Elementen besteht. Solche → Innovationen betreffen etwa Personengruppen, Methoden und Medien, Kooperationsformen, inhaltliche Felder und Arbeitsbedingungen. Häufig beschränken sich M. auf Innovation in nur einem dieser Felder.

M. entstehen meist, um partielle Probleme zu lösen, und als Reagieren auf situative Anlässe. Auch systematisch organisierte Transferversuche führen häufiger zu M. Seltener sind M., die aus einer „Gestaltungsdeduktion“ entstehen, oder solche, denen ein Transformationsansatz zugrunde liegt, mit dem das Aktionsfeld der EB in andere Bereiche hinein verlängert wird.

Zum Gelingen von M. bedarf es erfahrungsgemäß dreier Elemente: engagierter Personen, geeigneter Institutionen und ausreichender finanzieller Mittel. Vielfach scheitern probate M. am Fehlen eines der drei Elemente.

Ein weiteres konstitutives Moment von M. ist die befristete Zeit. Dies impliziert Aspekte der Arbeitsorganisation, der Rekrutierung und Qualifikation des Personals, der Zielorientierung und der Sicherung der Ergebnisse.

In der Evaluation von M. geht es insb. darum, den innovativen Charakter und die Ergebnisse des Projekts zu bewerten, die mögliche Kontinuität der erzielten Ergebnisse zu überprüfen, Transfermöglichkeiten (auf andere Regionen, Inhaltsfelder, → Institutionen etc.) zu beleuchten sowie in einem weiteren Sinne die Auswirkungen zu beobachten, die oft vielfältiger und nachhaltiger als das eigentlich angezielte Projektergebnis sind. Ein bildungspolitisch interessantes Element ist die Tatsache, dass M. immer zur Entgrenzung tendieren, über die bestehende Definition etwa dessen, was WB ist und ausmacht, hinausgehen und so neue Horizonte für den Aufbau und die Gestaltung des Bildungsbereichs ermöglichen.

In Deutschland werden M. als bildungspolitische Instrumente vor allem auf Bundesebene genutzt, da der Bund aufgrund der föderalen Struktur nur in dieser Form von M. gestaltenden Einfluss im Bildungs- und Kulturbereich ausüben kann. Mögliche Kritikpunkte beim Einsatz von bildungspolitisch angestoßenen M. liegen häufig nicht in unbefriedigenden Ergebnissen der M. selbst. Vielmehr beziehen sie sich – mit Blick auf die Nachhaltigkeit der geförderten Programme und Konzepte – oft auf eine mangelnde strukturelle Konzipierung oder Einbindung in bestehende Systeme sowie eine nicht ausreichende (nachhaltige) Sicherung durch notwendige Ressourcen (BLK 2005).

Literatur

  • BLK: Innovationsförderung in der Berufsbildung. Bericht über Innovationsförderung in der Berufsbildung durch BLK-Modellversuche. Bonn 2005

  • Kejcz, Y. u.a.: Modellversuche in der Weiterbildung. Heidelberg 1982

  • Nuissl, E.: Modellversuchspolitik. In: Grundlagen der Weiterbildung/Praxishilfen. Neuwied 1997

  • Wilhelmi, H.-H. (Hrsg.): Modelle und Projekte. In: Grundlagen der Weiterbildung/Praxishilfen. Neuwied 1996

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Wörterbuch Erwachsenenbildung
hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt