Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

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Markus Höffer-Mehlmer

Ausgewählte Methoden

Einer verbreiteten Typologie nach werden M. im Sinne von Sozialformen danach unterschieden, wie Verantwortung und Handeln in der Lehr-Lernsituation verteilt sind. Bei referentenzentrierten M. wie dem Vortrag oder dem Impulsreferat trägt der Referent vor, demonstriert oder präsentiert. Die Informationsdichte kann hoch sein und der Stoff lässt sich an den jeweiligen Lernerkreis anpassen. Allerdings ist Informationsdichte nicht gleichbedeutend mit Haftungstiefe und komplexe Lernziele, etwa des Problemlösens, lassen sich nicht erreichen.

Bei referentenorientierten M. entwickelt der Referent gesprächsartig, d.h. mit Fragen und Antworten den Stoff. Die Konzentration kann in der Regel länger als beim reinen Vortrag aufrechterhalten werden. Allerdings kann bei den Lernenden der Eindruck entstehen, dass es weder knappe und präzise Information noch wirkliche Beteiligung der Teilnehmenden gibt.

Bei teilnehmerorientierten M. beschränkt sich der Referent stärker auf moderierende Aktivitäten. Diese M. sind geeignet, um eine aktive Auseinandersetzung mit einem Thema zu betreiben oder auch um Veränderungsbedarf zu ergründen und Veränderungsvorschläge zu erarbeiten. Nicht geeignet sind derartige M., wenn Informationen vermittelt werden sollen, oder der Informationsstand für eine fruchtbare Bearbeitung fehlt.

Bei teilnehmerzentrierten M. hat der Referent nicht einmal mehr die Funktion der Diskussionsleitung oder Moderation, sondern beschränkt sich darauf, Arbeitsaufgaben zu formulieren, die Bedingungen für die Arbeit der Teilnehmenden zu sichern (Einteilung in Kleingruppen, Festlegung des Zeitrahmens) und die Zusammenführung der mit diesen Methoden erarbeiteten Ergebnisse zu unterstützen. Bei dieser Art von M. gibt es eine große Bandbreite möglicher Formen von spielerischer Herangehensweise bis hin zur Simulation realer Vorgänge etwa im Planspiel. Diese M. sind geeignet für die aktive Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit dem Gegenstand, sie sind ggf. auch geeignet für die Vermittlung von Informationen, etwa, wenn diese von Kleingruppen selbstständig erarbeitet, gesichtet oder recherchiert werden. Die Wahrnehmung und die Zuschreibung von Bedeutung werden aktiviert, die Behaltensleistung kann so verbessert werden. Bei wirklichkeitsnahen M. der Simulation können sich gute Trainingseffekte ergeben. Als Form der Informationsvermittlung sind diese M. allerdings relativ ineffizient. Die gleiche Informationsmenge kann in einem Vortrag in kürzerer Zeit und mit geringeren Fehlerrisiken vermittelt werden.

Wo die methodische Großform und die Zeitdauer dies zulassen, werden oft wechselnde Sozialformen eingesetzt, um unterschiedliche Lerneffekte zu erzielen bzw. Lernziele zu erreichen. So können bspw. Vorträge für den Überblick, Diskussionen für die vertiefende Auseinandersetzung und Simulationsansätze wie das Planspiel für die differenzierte Erprobung in komplexen Situationen kombiniert werden. Insbesondere im Bereich teilnehmerorientierter oder Moderationsmethoden sind in den letzten Jahren mit Formen wie Open Space, Zukunftszenarien u.a. neue Varianten entstanden. Auch das Feld der Lehr- und Lernmedien hat sich erheblich ausdifferenziert, angefangen von Präsentationsmedien bis hin zu vielfältigen Verbindungen zwischen Präsenzveranstaltungen und computergestütztem Lernen („Blended Learning“) und Kommunizieren. Hier entstehen insb. durch die wachsenden interaktiven und kollaborativen Möglichkeiten von Computernetzen neue Möglichkeiten und Herausforderungen für das Lehren und Lernen in der WB.

Literatur

  • Höffer-Mehlmer, M.: Prinzipien subjektiver Didaktik. In: Grundlagen der Weiterbildung – Praxishilfen. Loseblattwerk. Neuwied 2004

  • Knöll, J.: Kleingruppenmethoden. Effektive Gruppenarbeit in Kursen, Seminaren, Trainings und Tagungen. Weinheim u.a. 1993

  • Weidenmann, B.: Erfolgreiche Kurse und Seminare. Professionelles Lernen mit Erwachsenen. Weinheim u.a. 1998

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt