Banner: Köpfe

Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

Das Wörterbuch Erwachsenenbildung bündelt das gegenwärtige Wissen über Erwachsenenbildung. Es enthält über 300 Stichworte zu den Themenfeldern Didaktik und Methodik, Forschung und Wissenschaft, Geschichte und Entwicklung, Lernen und Erfahrung, Organisation und Profession, Politik und Recht sowie Theorien und Konzepte. Alle Artikel wurden von ausgewiesenen Fachleuten nach dem neuesten Stand der Diskussion verfasst. Sie sind urheberrechtlich geschützt.

Mehr über das Wörterbuch erfahren

Suchvorschläge:

Aufklapper schließen

Elisabeth Fuchs-Brüninghoff

Weiterbildung der Weiterbildner

Die öffentliche WB ist ein weit gefächertes Arbeitsfeld. Entsprechend den vielfältigen Inhaltsbereichen finden sich in ihr unterschiedliche Berufsgruppen. Neben Diplompädagog/inn/en sind nahezu alle Berufsgruppen in der WB vertreten – vom Schiffsbauingenieur über die Romanistin bis hin zu den unterschiedlichsten Lehramtsabschlüssen. Will man Genaueres über die WB d.W. aussagen, so macht es Sinn, nach den beiden wesentlichen Beschäftigungsgruppen zu differenzieren: planend und organisierend Tätige (hauptberufliches → Personal) und lehrend Tätige (freiberufliches Personal).

WB wird definiert „als Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase“ (Deutscher Bildungsrat 1970), WB setzt also eine (berufliche) Erstausbildung voraus. Im Wirtschaftsbereich ist WB ein fester Bestand von → Personalentwicklung und hat im Wesentlichen drei Funktionen: Kompetenzerhaltung, Kompetenzerweiterung bei veränderten Anforderungen oder als Vorbereitung auf eine höherwertige Tätigkeit, Erwerb neuer → Kompetenzen, z.B. durch → Umschulung bei Berufswechsel. Aufgrund der unterschiedlichen Erstausbildung der Erwachsenenbildner/innen gibt es kein einheitliches Selbstverständnis und „Berufsbewusstsein als Erwachsenenbildner“ (Fuchs-Brüninghoff 1997). Aufgrund des Fehlens einer systematischen Berufseinführung erfolgt der Berufseinstieg durch „learning by doing“. Fortbildungsinteressen resultieren aus dem täglichen Handlungsdruck oder gehen auf größere Veränderungen in der Bildungseinrichtung zurück (z.B. Einführung von Qualitätsmanagement oder leistungsbezogene Bezahlung) und haben daher einen hohen Verwertungsbezug. In der öffentlichen EB ist die WB der hauptberuflichen Weiterbildner/innen kein selbstverständlicher Bestandteil ihres Berufsalltags (mehr). Idenditätsstiftende und personenbezogene Angebote sind sehr in den Hintergrund getreten. Folglich gibt es keine Systematik mehr, um Erfahrungswissen weiterzugeben, und es mangelt an einem Klima für Innovationen. Im Vordergrund steht das Funktionieren. Es gibt kaum mehr trägerübergreifende Fortbildungskonzepte. Das Fortbildungsangebot hat sich zu einem bunten Markt entwickelt, auf dem sich die unterschiedlichsten Anbieter präsentieren, wie die Weiterbildungsdatenbank QUALIDAT belegt (URL: www.die-bonn.de/qualidat).

Beim freiberuflich tätigen Personal ist die Situation etwas anders. Zum einen bleibt diese Beschäftigungsgruppe mit ihrer Tätigkeit in der Regel näher an ihrer Erstausbildung, zum anderen ist die Teilnahme an Fortbildung für sie viel selbstverständlicher, da mit ihr in der Regel eine Erhöhung bzw. Erhaltung ihres „Marktwertes“ verbunden ist. Die Tätigkeit der Lehrenden hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Aus der Rolle des Dozenten ist die des Lernbegleiters geworden, der Konzepte des selbstgesteuerten Lernens berücksichtigt, multimedial arbeitet und immer häufiger persönliche Vermittlung mit computergestützem Lernen kombiniert (Blended Learning).

Für Lehrende gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten, die zum einen der fachlichen Vertiefung dienen und zum anderen für den Umgang mit den Informationstechnologien qualifizieren.

Bringt man die Perspektiven auf die WB des haupt- und freiberuflichen Personals wieder zusammen, so wird deutlich, dass in der WB d.W. Seminare an Stellenwert verloren haben und WB immer mehr zu einer „Kombination aus selbstorganisierten Lernen am Arbeitsplatz, Seminaren, Praxisbegleitung und medialer Unterstützung“ geworden ist (Müller 2002).

WB fungiert somit immer weniger als systematisches Entwicklungsinstrument der EB, sie ist eher ein Instrument der persönlichen Qualifizierung geworden. Diese bedeutet für die EB, wenn sie ihre Zukunftsfähigkeit erhalten will, dass sie neue Wege zur Entwicklung des Personals und zur → Professionalisierung des Erwachsenenbildungsbereichs entwickeln muss.

Literatur

  • Deutscher Bildungsrat (Hrsg.): Empfehlungen der Bildungskommission. Strukturplan für das Bildungswesen. Bonn 1970

  • Fuchs-Brüninghoff, E.: Professionalität und Bewusstheit. In: Meisel, K. (Hrsg.): Veränderungen in der Profession Erwachsenenbildung. Frankfurt a.M. 1997

  • Müller, U.: Professionelles Handeln lernen durch Selbstbildung? Eine integrative Rahmenkonzeption zur Weiterbildung der Weiterbildner. Schernfeld 2002

Zurück zur Startseite

Das Buch zur Site

Wörterbuch Erwachsenenbildung

Wörterbuch Erwachsenenbildung
hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

» Buch online bestellen

Sie erhalten das Buch auch in Ihrer Buchhandlung!

Die Anbieter

Diese Seite ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, des Klinkhardt-Verlags und der UTB GmbH.

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ist die zentrale Einrichtung für Wissenschaft und Praxis der Weiterbildung in Deutschland. Aus dem Institut stammen die Herausgeber des Wörterbuchs.

Der Klinkhardt-Verlag ist ein pädagogischer Fachverlag. Er hat die Entwicklung des Wörterbuchs verlegerisch betreut.

UTB ist ein Verlag für Lehr- und Studienbücher. Bei UTB ist die Druckausgabe des Wörterbuchs erschienen.

Zum Weiterlesen


Lade Daten...
Buchcover
Autor

Buchtitel

 

Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

Mehr im UTB-Shop!
 

utb GmbH

Industriestraße 2
D-70565 Stuttgart, Germany

Fon: +49 711 7 82 95 55-0
Fax: +49 711 7 80 13 76
utb(at)utb-stuttgart.de

Impressum
Datenschutzhinweise
Widerrufsbelehrung

Pfeil nach links Zurück zur Website

utb-Homepage

Zum UTB-Online-Shop

Vom Uni-Taschenbuch bis zur e-Learning-Umgebung: Das komplette utb-Angebot für Studierende, Dozenten, Bibliotheken und Buchhandel.

[Zur utb-Homepage]

utb-Online-Shop

Zum UTB-Online-Shop

Ob gedrucktes Buch oder digitale Ausgabe – im utb-Shop finden Sie alle utb-Titel übersichtlich sortiert.

[Zum utb-Shop]

utb bei Facebook

Zur UTB-Facebook-Seite

Gefällt mir! Die Facebook Seite von utb informiert Sie über unsere Aktivitäten. 

 [zur Facebook-Seite von utb]

utb auf Twitter

UTB-Tweed bei Twitter

Aktuelles für Studierende und Dozenten – hier melden wir, was es in der Hochschulwelt Neues gibt.

[Zum utb-Twitter-Tweed]

Eine Übersicht der Websites zu einzelnen utb-Titeln finden Sie auf der Links-Seite.

 

Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt