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Mona Pielorz

Weiterbildungspässe

W., auch bekannt unter dem Begriff „Bildungspässe“, sind Instrumente zur Reflexion des eigenen Handelns, zur Erkennung von Kompetenzen, zur Darstellung von erbrachten Leistungen und/oder zur Dokumentation von erlangten Qualifizierungen. Dabei ist festzuhalten, dass nicht jeder W. alle hier aufgeführten Leistungen gleichermaßen erbringt.

Diejenigen Instrumente, mit denen Kompetenzen erfasst werden, sind größtenteils biographisch-systematisch aufgebaut und unterscheiden sich von psychologisch-diagnostischen Verfahren zur Kompetenzmessung. Vergleicht man biographisch-systematische Weiterbildungspässe mit psychologisch-diagnostischen Verfahren, wird häufig auf die Schwierigkeit hingewiesen, die Validität und Reliabilität der Daten nachzuweisen. Ein biographisch-systematisches Instrument zeigt die Stärken und Kompetenzen einer Person in einer Momentaufnahme, die Ergebnisse können vom Nutzer durch gewünschte Antworten beeinflusst werden; aus diesem Grund ist das Ergebnis im Zweifel nicht wiederholbar. Die Qualität der Ergebnisse kann gesteigert werden, indem die Erhebungsverfahren auf eigenen Wunsch durchgeführt und von einem ausgebildeten Berater begleitet werden. Auch die Nutzung biographisch-systematischer W. birgt Vorteile: Die Ergebnisse dieser Verfahren setzen eine reflexive Auseinandersetzung der Nutzenden mit sich selbst, d.h. mit ihrer Lern- und Arbeitsbiographie, familären und privaten lebensgeschichtlichen Erfahrungen voraus. Dadurch können Lernprozesse angestoßen werden, die weitere positive Entwicklungen aufseiten der Nutzer nach sich ziehen. So wird unter anderem die Dialogfähigkeit bezüglich der eigenen Stärken und Kompetenzen gesteigert. Durch den dynamischen Prozessablauf, der bei den meisten W. in positiv akzentuierender Weise auf die Kompetenzen und Stärken des Einzelnen ausgerichtet ist, wird die intrinsische Motivation der Nutzer/innen angehoben, neue Ziele zur verfolgen. Neben der Erfassung von formal, non-formal und informell erworbenen Kompetenzen ist es ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens, dass die Individualität der Nutzenden bei der Durchführung gewährleistet bleibt. Allerdings sind W. eng mit der Biographie der Nutzenden verbunden. Aus Gründen des Datenschutzes macht dies einen sensiblen Umgang mit den Ergebnissen notwendig. Um Verletzungen der Privatsphäre zu vermeiden, sollte daher geprüft werden, wie die im W. dokumentierten Daten verwendet werden.

Die meisten W. sind von Bildungsträgern und Weiterbildungseinrichtungen entwickelt worden. Sie gehen sowohl auf die Bedürfnisse, Ansprüche und Vorstellungen der jeweiligen Zielgruppe als auch auf die gewünschten Fragestellungen und damit verbundene Zielstellungen der Entwickler ein. Dies mag ein Grund dafür sein, dass in Deutschland über 50 verschiedene Weiterbildungspässe existieren. Da die Weiterbildungspässe unterschiedliche Zielgruppen (z.B. ehrenamtlich Tätige, Migrant/inn/en, Arbeitslose) ansprechen und verschiedene Ziele verfolgen (z.B. Berufsorientierung, Dokumentation von Qualifizierungen und Kompetenzen), ist es zuweilen schwierig, sich in der Vielfalt der auf dem Markt angebotenen Pässe zurechtzufinden.

Bisher werden W. hauptsächlich in den Institutionen eingesetzt, von denen sie entwickelt wurden – das sind Non-profit-Organisationen, Bildungsträger und -einrichtungen, darüber hinaus auch in Schulen, Universitäten sowie in der Bundesagentur für Arbeit. Prinzipiell können W. von jedem genutzt werden, auch von Privatpersonen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sie Teil einer Beratung sind, um eine möglichst hohe Validität und Reliabilität zu erreichen.

Literatur

  • DIE/DIPF/IES: Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens (ProfilPASS). Endbericht der Erprobungs- und Evaluationsphase des BLK-Verbund-Projekts. Frankfurt a.M. 2006

  • Käpplinger, B.: Abschlüsse und Zertifikate in der Weiterbildung. Bonn 2007

  • Nuissl, E./Conein, S./Käpplinger B.: Zertifikate und Abschlüsse in der Weiterbildung. In: Krug, P./Nuissl E. (Hrsg.): Praxishandbuch Weiterbildungsrecht. Loseblattwerk. Neuwied 2004 (Grundwerk)

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt