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Dieter Gnahs

Bildungsberichterstattung

Die nationale und internationale bildungspolitische Diskussion wird seit einigen Jahren in hohem Maße durch die Befunde empirischer Untersuchungen und statistischer Erhebungen geprägt. Eine solche Faktenorientierung hat es zuletzt in den 1970er und frühen 1980er Jahren gegeben, als Bildungsplanung ein wichtiges Element der Bildungspolitik war und aktuelle Weichenstellungen sich an den erwarteten Entwicklungen bzw. an den Planvorgaben ausrichteten.

Heute stehen allerdings weniger Planungsüberlegungen im Vordergrund, sondern der Gedanke, mit dem Zahlenmaterial die Basis für Steuerungs- und Richtungsentscheidungen zu gewinnen. Eine herausgehobene Bedeutung wird in diesem Zusammenhang dem internationalen Vergleich eingeräumt, der immer mehr auch von den supra- und internationalen Organisationen wie EU und OECD eingefordert wird. Benchmarkingprozesse mit anderen Staaten und damit auch mit anderen Bildungssystemen sollen spezifische Stärken und Schwächen des nationalen Systems aufdecken helfen und dadurch Anregungen und Impulse für Bildungsreformen liefern (Klös/Weiß 2003). Dies ist prototypisch durch die Ergebnisse der PISA-Erhebungen und ihre breite Erörterung in Deutschland geschehen.

Im Zeichen der zitierten Faktenorientierung und der geänderten Politikauffassung (von der Planung zum Monitoring) hat B. einen zentralen Stellenwert. Bei ihr handelt es sich um eine systematische, theoriebasierte, indikatorengestützte, regelmäßige und umfassende Darstellung des Bildungsbereichs mit dem Ziel, Strukturen und Entwicklungen zu beschreiben, regionale und internationale Vergleiche zu ermöglichen, die Leistungsfähigkeit des Bildungswesens insgesamt und seiner Teile einzuschätzen sowie Grundlagen für politische Entscheidungen zur Verbesserung des Bildungswesens zu liefern.

Grundlage für die nationale B. ist das vom „Konsortium Bildungsberichterstattung“ entwickelte Indikatorenmodell. Das Indikatorenmodell umfasst Input-, Prozess- und Output/Outcome-Indikatoren und bezieht die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und demographischen Rahmenbedingungen mit ein. Dieser methodische Ansatz ist prägend auch für Berichtskonzepte auf Länder- und Regionsebene, so dass die Vergleichbarkeit erleichtert wird.

Auch der Weiterbildungsbereich gerät in diesem Kontext ins Blickfeld einer erweiterten Berichterstattung. Mit dem „Adult Education Survey“ (AES) ist für 2007 erstmals europaweit eine Weiterbildungserhebung durchgeführt worden, die den zwischenstaatlichen Vergleich auf eine neue Grundlage stellt. Parallel ist auch das „Berichtssystem Weiterbildung“, welches seit 1979 als zentrale Informationsquelle über WB in Deutschland gilt, durchgeführt worden. Die Ergebnisse beider Erhebungen sind in einem zweibändigen Bericht veröffentlicht, der sowohl inhaltliche als auch methodische Vergleiche vornimmt (v. Rosenbladt/Bilger 2008; Gnahs/Kuwan/Seidel 2008).

Neben dem AES als Individualbefragung liefert der „Continuing Vocational Training Survey“ (CVTS) als Institutionalbefragung regelmäßig Daten auf EU-Ebene über die Strukturen und Entwicklungen der betrieblichen WB. Einen weltweiten Vergleich auch mit Bezug auf die WB erlaubt der jährlich erscheinende OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“ („Education at a Glance“; OECD 2008).

Auf der nationalen Ebene sind neben dem schon erwähnten Nationalen Bildungsbericht (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008) vor allem der jährlich erscheinende „Berufsbildungsbericht“ (BMBF 2008) und die 2008 erstmals erschienene und vom DIE erstellte „Trendanalyse“ zu erwähnen (DIE 2008), die umfassend und kontinuierlich über den Weiterbildungssektor berichten.

Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die B. noch intensiviert werden dürfte. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf geplante und schon im Vorbereitungsstadium befindliche Aktivitäten wie das Deutsche Bildungspanel, das kommunale Bildungsmonitoring und die international vergleichende Kompetenzmessung bei Erwachsenen PIAAC („Programme for International Assessment of Adult Competencies“).

Literatur

  • Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.): Bildung in Deutschland 2008. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Übergängen im Anschluss an den Sekundarbereich I. Im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des BMBF. Bielefeld 2008

  • BMBF (Hrsg.): Berufsbildungsbericht 2008. Bielefeld 2008

  • DIE (Hrsg.): Trends der Weiterbildung. DIE-Trendanalyse 2008. Bielefeld 2008

  • Gnahs, D./Kuwan, H./Seidel, S. (Hrsg.): Weiterbildungsverhalten in Deutschland, Bd. 2: Berichtskonzepte auf dem Prüfstand. Bielefeld 2008

  • Klös, H.-P./Weiß., R. (Hrsg.): Bildungs-Benchmarking Deutschland. Köln 2003

  • Rosenbladt, B. v./Bilger, F.: Weiterbildungsverhalten in Deutschland, Bd. 1: Berichtssystem Weiterbildung und Adult Education Survey 2007. Bielefeld 2008

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt