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Helmut Vogt

Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF)

Die DGWF wurde am 03.10.1970 mit dem Namen Arbeitskreis Universitäre Erwachsenenbildung (AUE) in Hannover als gemeinnütziger Verein gegründet. Seit Januar 1968 gab es den AUE allerdings schon als losen Zusammenschluss von Hochschulangehörigen, die sich um das Thema universitäre Erwachsenbildung in Westdeutschland und West-Berlin gruppierten. Bereits in den 1970er Jahren wurde der Begriff „universitäre WB“ zunehmend durch den Begriff → „wissenschaftliche Weiterbildung“ ersetzt. Außerdem drängten auch Fachhochschulen, die es in der Bundesrepublik seit 1970 gab, auf das Feld WB und fühlten sich durch den „universitären“ Verein nicht angesprochen. Schließlich kam es infolge der Einrichtung des Förderschwerpunkts → Fernstudium bei der früheren BLK Anfang der 1990er Jahre zu Fernstudienprogrammen an Präsenzhochschulen, die in den meisten Fällen dem Aufgabenfeld WB zugerechnet werden konnten. Diese Entwicklungen waren es, die zu einer Namensänderung führten. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung in Dresden heißt die Vereinigung seit dem 19.09.2003 nun Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium.

Bei der DGWF (und auch schon dem AUE) handelt es sich um den Zusammenschluss von Personen und Institutionen, die sich in Hochschulen und hochschulnahen Einrichtungen der wissenschaftlichen WB verbunden haben oder – wenn sie außerhochschulisch sind – ein besonderes Interesse an dem Thema aufweisen. Gegenwärtig zählt die Gesellschaft 127 persönliche und 137 institutionelle Mitgliedschaften; die Tendenz ist leicht steigend. Unter den institutionellen Mitgliedern befinden sich auch zehn ausländische, überwiegend aus anderen deutschsprachigen Ländern. Der satzungsgemäße Zweck der DGWF besteht in der Förderung, Entwicklung, Koordinierung und Repräsentation der von den Hochschulen und hochschulnahen Einrichtungen getragenen wissenschaftlichen WB und des Fernstudiums in Deutschland und international. Dazu gehört auch die Förderung der Forschung und Lehre sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der EB und des Fernstudiums. Die Gesellschaft erfüllt diese Aufgaben insb. durch Tagungen und Kongresse, Weiterbildungsveranstaltungen, Veröffentlichungen, Beteiligung an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, Empfehlungen, Information, Beratung und Kooperation. Neben den Veröffentlichungen ist die Jahrestagung der DGWF ein besonderes Element der Dienstleistungen, die für die Mitglieder und das Gegenstandsfeld insgesamt erbracht werden. Die Ausrichtung der Jahrestagungen findet in der Regel in Verbindung mit Hochschulen statt. Sie sind zumeist übergreifenden Themen gewidmet und werden von bis zu 170 Personen besucht.

Die Entfaltung, welche die wissenschaftliche WB im Laufe ihrer Entwicklung seit Gründung des AUE durchlief, führte zu einer Differenzierung der Arbeit innerhalb der DGWF. Dabei waren zwei Tendenzen ausschlaggebend: die inhaltliche Dimension (Themen, Zielgruppen, Organisation und Angebotsformen der wissenschaftlichen WB), die zur Bildung von Sektionen in der DGWF führte, und die Dimension Regionalisierung, die zur Bildung von Landesgruppen führte. Letztere befindet sich noch am Anfang – es existieren gegenwärtig vier Landesgruppen – und stellt angesichts der ehrenamtlichen Leitungsstrukturen der DGWF eine besondere Herausforderung dar. Was die Sektionen anbetrifft, so bestehen gegenwärtig drei, die

  • Arbeitsgruppe der Einrichtungen für Weiterbildung an Hochschulen (AG-E),

  • Arbeitsgemeinschaft für das Fernstudium an Hochschulen (AG-F),

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAG WiWA).

Die Sektionsstruktur ist für die Arbeit innerhalb der DGWF inzwischen so entscheidend, dass die Satzungsreform von 2003 auch dazu genutzt wurde, den Vorsitzenden der Sprechergruppen der Sektionen qua Amt Sitz und Stimme im Vorstand des Vereins zu geben.

Was die inhaltlichen Schwerpunkte der jüngsten Zeit anbetrifft, so stehen die Auswirkungen des → Bologna-Prozesses auf die wissenschaftliche WB im Vordergrund. Dabei spielen insb. Themen wie Formate wissenschaftlicher WB, Akkreditierung, Anerkennung vorgängigen Lernens, Qualitätssicherung, Leistungspunktesystem und Modularisierung eine wichtige Rolle. Aber auch die klassischen Themen der wissenschaftlichen WB, wie Organisationsformen, Kosten und Finanzierung, Schaffung von Anreizsystemen und Aufgabe und Funktion zentraler Einrichtungen, bleiben aktuell. Die Diskussion von Restriktionen, welchen die wissenschaftliche WB durch landesspezifische Regelungen (in unterschiedlichem Maß) unterworfen war, tritt demgegenüber in den Hintergrund, je mehr die Bundesländer ihren Hochschulen Autonomie zugestehen.

Die DGWF unterhält gute Kontakte zu ihren Schwesterorganisationen in Österreich (AUCEN, Netzwerk der österreichischen Universitäten für wissenschaftliche WB und Personalentwicklung) und der Schweiz (SwissUni, Vereinigung der Weiterbildungsstellen der schweizerischen Universitäten) und ist Mitglied bei EUCEN (European Continuing Education Network), der europäischen Vereinigung für die wissenschaftliche Weiterbildung.

Literatur

  • Dikau, J./Nerlich, B.P./Schäfer, E. (Hrsg.): Der AUE an der Schnittstelle zwischen tertiärem und quartärem Bildungsbereich – Bilanz und Perspektive. Festschrift aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens des AUE. Bielefeld 1996

  • Cordes, M./Dikau, J./Schäfer, E. (Hrsg.): Hochschule als Raum lebensumspannender Bildung. Auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur. Festschrift für Ernst Prokop. Regensburg 2002

  • Faulstich, P. (Hrsg.): Öffentliche Wissenschaft. Neue Perspektiven der Vermittlung in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Bielefeld 2006

  • URL: www.dgwf.net

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt