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Ekkehard Nuissl

Deutscher Volkshochschul-Verband (DVV)

Der DVV ist die bundesweite Dachorganisation der sechzehn Landesverbände der → Volkshochschulen und wurde im Jahr 1953 als einer der ersten Bildungsverbände auf Bundesebene gegründet. Als „Verband der Verbände“ vertritt er auf Bundesebene die knapp 1.000 (kommunalen und regionalen) Volkshochschulen und ihre Landesverbände.

Der DVV hat einen Vorstand mit Präsidialamt, eine Bundesgeschäftsstelle in Bonn sowie eine Geschäftsstelle in Berlin mit einem hauptberuflichen Geschäftsführer und etwa 40, zum Teil projektbezogen beschäftigten Mitarbeiter/inne/n. Neben der Erledigung innerverbandlicher Aufgaben, wie Information, Service und Mittelakquise für die Mitgliedseinrichtungen und die Landesverbände, obliegt der Verbandsgeschäftsstelle insb. die Interessenvertretung der Volkshochschulen und ihrer Verbände auf Bundesebene. Entsprechend arbeiten DVV-Repräsentanten in überregionalen Zusammenhängen mit (etwa in dem vom Bund einberufenen Expertengremium „Innovationskreis Weiterbildung“).

Der DVV setzt sich für eine WB in → öffentlicher Verantwortung mit sozialer Verpflichtung ein. Er gibt ein Informationsmagazin heraus und unterhält einen Pressedienst mit Sitz in Berlin. Zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund trägt er den Bundesarbeitskreis → Arbeit und Leben und ist Mitglied im Europäischen EB-Verband ( → European Association for the Education of Adults). Im entwicklungspolitischen Bereich arbeitet der DVV über sein Institut für Internationale Zusammenarbeit (IIZ/DVV) aktuell in mehr als 40 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika, Mittel-, Südost- und Osteuropa in Kooperation mit vielfältigen Projektpartnern im Bereich der EB zusammen. In der politischen Jugendbildung ist der DVV bereits seit 1956 (u.a. über das langjährige Jugendreferentenprogramm) aktiv. Weitere größere Aktions- und Projektfelder sind das Sprachenlernen, die Zertifizierung beruflicher Kompetenzen (über die Dachmarke Xpert), die Integration von Migrant/inn/en und die Grundbildung.

Der DVV befindet sich wie andere gesellschaftliche Großorganisationen auch seit Mitte der 1990er Jahre in einer Phase des Strukturwandels. Dieser ist geprägt von einer abnehmenden Verantwortungsfunktion des Staates und der Kommunen im (Weiter-)Bildungsbereich, was sich in erster Linie an den geringer werdenden öffentlichen Mitteln zeigt. Die Volkshochschulen, wie ihre Verbände, sind dementsprechend vor die Notwendigkeit gestellt, sich den damit einhergehenden veränderten Rahmenbedingungen strukturell, inhaltlich und unternehmerisch anzupassen; dies gilt insbesondere für den finanziell vergleichsweise schlecht ausgestatteten Bundesverband. Die gleichzeitige Zunahme der Nachfrage nach Serviceleistungen seitens der Mitglieder und Mitgliedseinrichtungen an den DVV (wie die Landesverbände) erschwert dies.

Nach der Verselbstständigung des bis Ende 1997 zum DVV gehörigen pädagogischen Fachinstituts ( → Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) sowie des medienpolitischen Adolf-Grimme-Instituts (hier ist der DVV heute Hauptgesellschafter) konzentriert sich der DVV auf Fragen der Verbandsorganisation und der verbandspolitischen Umsetzung. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Rolle des Verbandes in einem sich weiter ausdifferenzierenden, pluralen/pluralistischen Spektrum der WB. Wie es für die vor allem öffentlich geförderte EB/WB inzwischen typisch ist, arbeitet auch der DVV in diesem Zuge vermehrt in Kooperationsprojekten bzw. Projektverbünden zu bildungspolitisch aktuellen Fragestellungen mit anderen Organisationen und Verbänden zusammen (z.B. im Alphabetisierungsbereich).

Literatur

  • DVV (Hrsg.): Geschichte – Geschichten – Gesichter. Ein halbes Jahrhundert Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. Bonn 2003

  • DVV: Stellungsnahme des DVV zur Anhörung des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung am 29. Januar in Berlin „Lebenslanges Lernen – Bedarf und Finanzierung“. In: Dis.kurs, H. 1, 2007

  • Jüchter, H.T.: Unser Verband: Weiterbildungspolitik, Qualitätspflege und Service. In: DVV-Magazin, H. 2, 1995

  • Nolda, S.: The Role of History in the Official Self-descriptions of National Organizations of Adult Education. A closer look at the websites of WEA, Znanie, VÖV and DVV. In: Reischmann, J. (Hrsg.): Comparative Adult Education 2008: experiences and examples (ISCAE). Frankfurt a.M. u.a. 2008

  • Otto, V.: Entwicklungsstationen des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. In: Otto, V. (Hrsg.): 50 Jahre Volkshochschulverbände. Bonn 1996

  • URL: www.dvv-vhs.de

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt