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Ekkehard Nuissl

Dropout

Das Wegbleiben oder „Herausfallen“ aus einer Bildungsmaßnahme ist ein Phänomen in allen Bildungsmaßnahmen. Gerade bei der freiwilligen Teilnahme in der WB, für die der Erwachsene selbst verantwortlich ist, tritt D. häufig auf. Unter D. kann man neben dem Kursabbruch auch die unregelmäßige Teilnahme, passive Anwesenheit und auch den Fall fassen, dass sich jemand angemeldet hat, aber am Angebot nie teilnimmt.

D. kann zum Problem werden unter ökonomischen Aspekten (Angebotskosten, Einrichtungsimage), unter organisatorischen Aspekten (dauerhafte Angebotsorganisation), unter pädagogischen Aspekten (Verlustgefühle, Atmosphäre, Gruppenstruktur) und unter individuellen Aspekten (Misserfolgserlebnisse bei häufigem D.).

Auch wenn der D. komplex und multifaktoriell ist, können vor allem drei Hauptgründe identifiziert werden, die zu einem Abbruch führen können: Rahmenbedingungen, individuelle Faktoren und Faktoren im Lernprozess.

  • Rahmenbedingungen: Ein wichtiger Aspekt ist die Dauer der Bildungsmaßnahme, allerdings ohne dass grundsätzlich bei längerer Dauer die Abbruchquote steigt, hier wirken andere Faktoren (etwa Verbindlichkeiten, beruflicher Nutzen, Erreichbarkeit des Angebots usw.). Insgesamt sind diese Elemente der „Rahmenbedingungen“ jedoch immer in Relation zu den individuellen Faktoren und denen des Lernprozesses zu sehen.

  • Individuelle Faktoren: Darunter fallen z.B. Persönlichkeitsstruktur, Motivation und Bildungsbiographie. Die → Motivation ist weniger von ihrem Inhalt als vielmehr von ihrer Intensität und Belastbarkeit ein D.faktor. Die Abbruchquote ist desto niedriger, je häufiger Möglichkeiten zu persönlichen Kontakten zwischen den → Teilnehmenden gegeben sind. Schließlich verringert eine Bildungsteilnahme im Kontext des Arbeits- oder Alltagslebens die D.quote. Wird den Erwartungen der Teilnehmenden nicht entsprochen, oder fehlt ein Bezug des Inhalts zu Erfahrungen und Alltagswelt der Teilnehmenden, begünstigt dies einen Abbruch.

  • Faktoren im Lernprozess: Es kann gesagt werden, dass D.quoten in berufsorientierten → Angeboten geringer sind als in nicht-beruflichen. Hier spielen Verbindlichkeit der Teilnahme und Nutzen der Zeitinvestition (in Konkurrenz zu anderen Freizeitangeboten) eine Rolle. Das Anforderungsniveau des Lehr-Lernprozesses fördert den D., wenn es entweder zu hoch oder zu niedrig ist. Oft wurde auch der Lernaufwand als zu gering eingeschätzt. Auch eine zu scharfe Leistungskontrolle oder starke zeitliche Belastung erhöht die Gefahr des Abbruchs. Besonders häufig tritt der Abbruch zu Beginn einer Maßnahme auf, da hier der Entschluss zur Teilnahme geprüft und Erwartungsmissverständnisse aufgedeckt werden. Auch eine schlechte Passung in den eigenen Tagesablauf wird zu diesem Zeitpunkt deutlich. Schließlich wird immer wieder betont, dass die Zusammensetzung der Lerngruppe von wesentlicher Bedeutung ist, da die Teilnahme auch ein „geselliges“ Ereignis ist. Hier zeigt sich, dass eine Homogenität der → Gruppe in Bezug auf den Lerngegenstand (Lernvoraussetzungen, Lernverhalten) die Abbruchquote stark reduziert. Ein weiteres Thema ist die persönliche und fachliche Akzeptanz des Kursleitenden.

Zwischen 10 % und 50 % der Teilnehmenden verlassen ein Bildungsangebot vorzeitig. Dies ist nicht immer und nicht einmal in den häufigsten Fällen eine Kritik an den Lehrenden, der Lerngruppe oder der Organisation des Lehr-Lernprozesses. Meist kumulieren mehrere Faktoren und lösen den Abbruch aus.

Literatur

  • Brödel, R.: Dropout – Kursabbruch. In: LV der VHS NRW (Hrsg.): Handbuch Weiterbildung. Dortmund 1994

  • Nuissl, E./Sutter, H.: Dropout in der Weiterbildung. Heidelberg 1979

  • Siebert, H.: Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung. München 2003

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Wörterbuch Erwachsenenbildung

Wörterbuch Erwachsenenbildung
hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt