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Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

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Rolf Arnold

Fernstudium

Als F. bezeichnet man eine Form der akademischen Lehre, die überwiegend unabhängig von Zeit, Ort und Person eine lernende Auseinandersetzung mit Wissensgebieten initiiert und begleitet. Dabei ist diese Form des Lernens in hohem Maße individualisiert: Fernstudierende bestimmen selbst, wann sie sich mit welchem Tempo und mit welcher Intensität mit dem Stoff auseinandersetzen. Zentrale didaktische Funktionen, die im Präsenzlernen von Lehrpersonen (Professor/inn/en, Dozent/inn/en) wahrgenommen werden, werden im F. medial organisiert. Dies gilt insb. für die Stoffgliederung, die Lernkontrollen, den Transfer in die Praxis, die Diskussionen und Nachfragen. Diese sind an Medien übergeben (Text, Bild, Ton, Netz) und werden von diesen realisiert: So dienen die im Fernstudienmaterial definierten Lernziele auch der Gliederung des Stoffes in Lernschritte, Einsendeaufgaben dienen der Lernkontrolle bzw. dem Feedback, begleitende Fernsehprogramme oder versandte Videos dienen der Illustration und praktischen Veranschaulichung, und die Online-Betreuung im Internet („discussion groups“, „pinboards“ usw.) ermöglicht Austausch, → Interaktion und Vernetzung unter den am Lernprozess Beteiligten.

Lernen im F. ist ein in hohem Maße selbstgesteuertes Lernen ( → Selbstorganisation). Untersuchungsergebnisse zeigen, dass diese Form des Studiums bevorzugt von Menschen gewählt wird, die gelernt haben, in dieser Form zu lernen. Gleichwohl nutzen auch andere Menschen das F., weshalb Fernstudienanbieter es sich auch nicht erlauben können, sich nur an den Lerntyp des selbstgesteuerten Lerners zu wenden.

Neben den klassischen Fernstudiengängen der ersten Generation, die sich in der Regel gedruckten Materials, angeleiteten Selbststudiums, auditiver und audiovisueller Medien sowie einiger Präsenztreffen bedienen, haben sich in den vergangenen Jahren vornehmlich durch den Einsatz und die Nutzung der Neuen Medien weitere Formen des F. entwickelt. So beruht die zweite Generation des F. vor allem auf den verschiedenen Spielarten des „teleconferencing“: Hier werden überschaubare Gruppen von Studierenden in einem virtuellen Raum zusammengeführt, in dem sie untereinander und mit Lehrenden in einer dem Präsenzstudium ähnlichen Form interagieren.

Eine dritte Generation des F. bietet sich durch die Nutzung vernetzter Computer sowie der Möglichkeiten des Web 2.0. Dies eröffnet vollständig neue Formen des angeleiteten Selbststudiums (z.B. durch Nutzung von Literaturdatenbanken usw.) und der „computer mediated communication“. Durch die Neuerungen der zweiten und dritten Generation wird das F. in den kommenden Jahren sein Erscheinungsbild vollständig verändern. Gleichzeitig wird sich aber auch das Präsenzstudium grundlegend wandeln. Viele der heute noch eher hilflos anmutenden Visualisierungs- und Präsentationsformen in Vorlesungen werden multimedialer Aufbereitung weichen, die auch von Präsenzstudierenden im „distance learning mode“ selbstgesteuert bearbeitet werden können – anstelle der oder ergänzend zur Teilnahme an Vorlesungen und Seminaren. Und es wird sich auch die Frage nach der Unterscheidbarkeit von Präsenzstudium- und F. in einer Welt multimedial vernetzter Lerngelegenheiten stellen.

Literatur

  • Arnold, R.: Fernstudium in der Wissensgesellschaft. In: Schulz, M. u.a. (Hrsg.): Wege zur Ganzheit. Profilbildung einer Pädagogik für das 21. Jahrhundert. Weinheim 1998

  • Bates, A.W.: Technology, Open Learning and Distance Education. London/New York 1995

  • Garrison, G.R.: Three Generations of Technological Innovation in Distance Education. In: Distance Education, H. 6, 1985

  • Jütte, W./Weber, K. (Hrsg.): Kontexte wissenschaftlicher Weiterbildung. Entstehung und Dynamik von Weiterbildung im universitären Raum. Münster 2005

  • Peters, O.: Didaktik des Fernstudiums. Erfahrungen und Diskussionsstand in nationaler und internationaler Sicht. Neuwied 1997

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Wörterbuch Erwachsenenbildung

Wörterbuch Erwachsenenbildung
hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt