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Peter Faulstich

Einrichtungen

Organisiertes Lernen in der EB wird durchgeführt von einer unüberschaubaren Vielzahl von → Institutionen. Im Kontext der „institutionellen Staffelung“ (Tietgens 1997) sind E. die Orte, an denen das Lernen organisiert wird. Es ist nicht erfasst, welche und wie viele Anbieter in diesem Feld aktiv sind, es existiert keine hinreichende Statistik. Zudem ist das Institutionenspektrum selbst zum einen schwer abgrenzbar, indem es sich überschneidet mit Organisationen, welche andere Kernaufgaben haben, aber auch u.a. WB betreiben; zum andern besteht eine hohe Instabilität, so dass sich die Anzahl permanent verändert durch Wegbrechen vorhandener und Entstehen neuer → Träger und E. Bundesweit kann geschätzt werden, dass einige 10.000 Institutionen mehrere 100.000 Programme und Kurse durchführen. Im Gutachten über die Situation der WB in Hessen wurden 524 Institutionen dokumentiert, für Schleswig-Holstein 320 (Faulstich u.a. 1996, 2005). Die Datenbank der BA, Kursnet, verzeichnete 2009 ca. 14.000 Anbieter. Dieses Spektrum ist letztlich nur verständlich, wenn man sich seine geschichtliche Entwicklung verdeutlicht. Diese ermöglicht einen Überblick über die gegenwärtige Erwachsenenbildungslandschaft und einzelne Leitinstitutionen.

Im Verlauf ihrer Geschichte haben sich die E. der EB zunehmend segmentiert und partialisiert. Die in den Arbeiterbildungsvereinen ( → Arbeiterbildung) und in der „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung“ noch zusammengefassten Bestrebungen haben sich spätestens nach dem Ersten Weltkrieg differenziert. Die Institutionen wurden aufgespalten in E. der Kommunen, wie die → Volkshochschulen, die 1919 in großer Zahl gegründet worden sind, und Aktivitäten der Kirchen ( → evangelische Erwachsenenbildung, → katholische Erwachsenenbildung), der Gewerkschaften ( → gewerkschaftliche Bildungsarbeit) und der Parteien. Spät erst, in nennenswertem Umfang nach 1960, ist mit der WB der Betriebe ein weiteres Segment hinzugekommen, und seit den 1980er Jahren expandieren kommerzielle Weiterbildungsunternehmen.

Die Systematisierungsmöglichkeiten, die E. einzugruppieren, sind unterschiedlich. Tippelt (1996) unterscheidet vier Weiterbildungsstrukturen:

  • Volkshochschulen und die Erwachsenenbildungswerke der Kirchen, der Gewerkschaften, der Parteien und der Kammern,

  • die neuen Angebote der Arbeitgeberverbände, der Kammern, der Handwerksorganisationen und der Betriebe,

  • neue Initiativ- und Selbsthilfegruppen, Vereine und kleine Bildungswerke sowie Bürgerbewegungen,

  • kleine kommerzielle Anbieter und private Bildungsunternehmen.

Diese Unterscheidung ist nicht immer durchhaltbar. Dröll (1999) versucht demgegenüber eine Gliederung nach Branchen. Da aber zumindest ein Teil der E. branchenübergreifend Angebote bereitstellt, kommt auch diese Systematik in eine Schieflage. Körber u.a. haben entsprechend fünf bis sieben Allround-Anbieter, 14 Mehrspartenanbieter und 73 Spezialisten unterschieden (1995). Insgesamt ist das Spektrum der E. von einer Dynamik, welche sich einer festen Einteilung entzieht. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass Weiterbildungsangebote auch bereitgestellt werden von Organisationen, die nicht gesonderte E. institutionalisieren, sondern diese in anderen organisationalen Kontexten einbinden.

Literatur

  • Dröll, H.: Weiterbildung als Ware. Schwalbach/Ts. 1999

  • Faulstich, P./Gnahs, D.: Weiterbildungsbericht Hessen. Frankfurt a.M. 2005

  • Faulstich, P./Teichler, U./Döring, O.: Bestand und Entwicklungsrichtungen der Weiterbildung in Schleswig-Holstein. Weinheim 1996

  • Körber, K. u.a.: Das Weiterbildungsangebot im Lande Bremen. Strukturen und Entwicklungen in einer städtischen Region. Bremen 1995

  • Nuissl, E./Pehl, K.: Porträt Weiterbildung Deutschland. 3., akt. Aufl. Bielefeld 2004

  • Tietgens, H.: Einleitung in die Erwachsenenbildung. Darmstadt 1997

  • Tippelt, R./Eckert, T./Barz, H.: Markt und integrative Weiterbildung. Bad Heilbrunn/Obb. 1996

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt