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Bernhard S. T. Wolf

Funkkolleg

Der ursprüngliche Medienverbund F. bestand als universitätsorientiertes Fortbildungs- und Weiterbildungsangebot von 1966 bis 1998. Wenige Jahre nach dem Start hatte er seine Grundstruktur mit Radiosendungen und Studienbriefen, VHS-Begleitzirkeln, Prüfungen und Zertifikaten gefunden. Rechtlich gesehen wurde der Verbund jährlich mit einer Verwaltungsvereinbarung zwischen den Partnern erneuert. Maßgeblich für die Gestaltung und Weiterentwicklung war die Planungskommission, in der die beteiligten Rundfunkanstalten, Kultusministerien der Bundesländer, Landesverbände der → Volkshochschulen, Landesrektorenkonferenzen oder Landesuniversitäten sowie das Deutsche Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen (DIFF) vertreten waren.

Das F. startete am 5. Mai 1966 im zweiten Programm des Hessischen Rundfunks (HR) als auf drei Jahre terminierte Sendereihe in Form einer Ringvorlesung. Dieses „Funk-Kolleg zum Verständnis der modernen Gesellschaft“ ist aus dem bildungspolitischen Kontext der 1960er Jahre zu verstehen als Projekt einer gezielten Lehrerfortbildung (Mangel an Lehrkräften für Gemeinschaftskunde), der Erschließung von Bildungsreserven und Überwindung von Bildungsbarrieren (Begabtenprüfung, → zweiter und dritter Bildungsweg). 1967 wurde ein Kontaktbüro an der Universität Frankfurt a.M. eingerichtet (später das länderfinanzierte F.-Zentralbüro), die Publikation der F.-Vorlesungstexte gestartet (nach über 20 Jahren der Reihe F. lag die Auflage bei 1,5 Mio. Exemplaren) und z.T. ein Begleitangebot im Fernsehen zusammengestellt. Ebenfalls 1967 erfolgte die Gründung der Planungskommission für das „Quadriga-F.“ (1969-1974) mit dem Saarländischen Rundfunk, dem Süddeutschen Rundfunk und dem Südwestfunk. Neue Verbundpartner waren das DIFF (schriftliche Begleitmaterialien) und die Pädagogische Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes ( → Deutsches Institut für Erwachsenenbildung).

Ein F. bestand aus dreißig Sendungen mit einstündiger Laufzeit. Die Begleitmaterialien des DIFF erschienen im Beltz-Verlag. Wegen der hohen Teilnahmezahlen wurde für die elektronische Korrektur von je zwei Hausarbeiten und Prüfungen das Multiple-Choice-Verfahren eingesetzt. Eine Prüfungskommission befasste sich mit Fragen der Aufgabenstellung und Prüfungsdurchführung. Zentrale → Volkshochschulen wurden als Prüfungsorte ausgewählt.

1977 traten der Westdeutsche Rundfunk und 1989 der Norddeutsche Rundfunk dem Verbund bei. Als 1994 die Deutsche Welle und das Deutschland-Radio Mitveranstalter wurden, hatten sich die südwestdeutschen Sender bereits aus dem Medienverbund zurückgezogen; 1995 auch der Saarländische Rundfunk. Die Teilnahme von Deutschland-Radio brachte nicht die erhofften neuen → Teilnehmenden aus den neuen Bundesländern. Daher wurde 1996 das Ende des Verbunds beschlossen. Das letzte F. „Deutschland im Umbruch“ (Deutschland-Radio) fand 1997/98 statt. Insgesamt liefen 31 F. mit 722.442 Teilnehmenden. 156.665 Zertifikate wurden für erfolgreiche Prüfungen erteilt.

Seit 1998 werden vom HR und dem Hessischen Volkshochschulverband wieder F. unter der Bezeichnung „Neues Funkkolleg“ (ohne Prüfungen und Studienbegleitbriefe) angeboten. Die Themen reichen von „Jugendkultur und Popmusik“ über „Glück und Globalisierung“ bis „Astronomie und Raumfahrt“. Die Sendungen sind als Podcast verfügbar; ein Reader wird in einem renommierten Verlag veröffentlicht. Erstmals mit dem F. „Psychologie“ (2008) bieten der HR Online-Zwischenprüfungen und die hess. Volkshochschulen Präsenz-Abschlussprüfungen (MC) zur Zertifikatserlangung an. Wegen des Erfolgs (660 Zertifikate, ca. Mill. Podcast-Abrufe) und der erleichterten Anerkannung als berufliche Fortbildung wird das F. in dieser attraktiven Angebotsform fortgesetzt. Das Funkkolleg 2009 befasste sich mit dem Thema „Religion und Gesellschaft“.

Literatur

  • Greven, J.: Das Funkkolleg 1966-1998. Ein Modell wissenschaftlicher Weiterbildung im Medienverbund. Erfahrungen – Auswertungen – Dokumentation. Weinheim 1998

  • Livestream und Podcast: URL: www.hr2-Kultur.de

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt