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Regina Egetenmeyer

Personal

Ein gemeinsames Berufsbild für das in der EB/WB beschäftigte Personal gibt es nicht. Zu den Tätigkeitsfeldern zählen → Lehre, Management ( → Bildungsmanagement), → Beratung, → Programmplanung, → Evaluation, Verwaltung/Support, Medienbetreuung und Trainerausbildung ( → Kursleitende - Dozenten - Teamer). Diese finden sich, ergänzt durch weitere Tätigkeitsfelder (z.B. Bibliothekswesen in Österreich), auch im europäischen Ausland. Zumeist werden mehrere Tätigkeitsfelder von einzelnen Personen in der WB wahrgenommen. Derzeit ist festzustellen, dass Beratungsaufgaben verstärkt mit Verwaltungsaufgaben kombiniert werden.

Empirische Daten zum Personal in der EB/WB in Deutschland sind nur eingeschränkt verfügbar. Am weitesten reicht die WSF-Studie zu den Lehrenden aus dem Jahr 2005. Detailliertere Daten liefern die VHS-Statistik und die Verbundstatistik ( → Weiterbildungsstatistik). Insgesamt wird von ca. 1,6 Mio. Beschäftigungs- und Tätigkeitsverhältnissen in der EB/WB ausgegangen. Ungefähr 1,35 Mio. dieser beziehen sich auf Lehrende. Durch mehrfache Beschäftigungs- und Tätigkeitsverhältnisse errechnen sich ca. 650.000 Lehrende in der EB/WB im weiteren Sinne.

Etwa drei Viertel der Lehrenden in der WB verfügen über einen Hochschulabschluss, wobei ca. ein Fünftel ein Lehramtsstudium und ungefähr ein weiteres Fünftel einen anderen pädagogischen Studienabschluss aufweisen. Gut ein Fünftel der Lehrenden absolviert trägereigene Fortbildungen, während ein Viertel über eine andere pädagogische Ausbildung verfügt. Ein Drittel der Lehrenden ist pädagogisch nicht qualifiziert. Eine deutschlandweite Befragung von Diplom-Pädagog/inn/en im Jahr 2001 ergab, dass ca. ein Drittel der befragten Absolvent/inn/en mit Schwerpunkt EB/WB in diesem Bereich arbeiten. Vielfach ist der Zugang in die EB/WB der eines „Seiteneinstiegs“.

Die Beschäftigungs- und Tätigkeitsverhältnisse sind heterogen. Es gibt hauptberuflich, nebenberuflich und ehrenamtlich Tätige. Unterscheiden lassen sich daneben befristete und unbefristete sozialversicherungspflichtige Tätigkeitsverhältnisse in Voll- und Teilzeit sowie Honorartätigkeiten. Drei Viertel der Lehrenden arbeiten auf Honorarbasis. Nur ca. jeder Siebte befindet sich in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Jeder Zehnte arbeitet ehrenamtlich. Ungefähr ein Viertel der fest angestellten Lehrenden sind in privaten Weiterbildungsunternehmen beschäftigt. Bei kirchlichen Trägern und Volkshochschulen sind jeweils nur ca. 5 % der festangestellten Lehrenden beschäftigt. Nach der Verbundstatistik verteilt sich die Zahl der festangestellten Mitarbeiter/innen zu jeweils ca. 40 % auf pädagogisches Personal und Verwaltungspersonal. Ca. 10 % der Anstellungen ist Leitungspersonal. Die größten Arbeitgeber für Lehrende sind private Weiterbildungsunternehmen mit rund 429.000 Beschäftigungs- und Tätigkeitsverhältnissen, darauf folgen die Volkshochschulen mit 229.000.

Die soziale Absicherung der hauptberuflichen Honorarkräfte ist prekär: Nur jeder Fünfte schätzt seine Lage als gut bis sehr gut ein, fast jeder Dritte als befriedigend, die Hälfte als ausreichend, schlecht oder sehr schlecht. Knapp 40 % der hauptberuflichen Honorarkräfte haben ein Haushaltseinkommen von unter 1.500 € im Monat.

In der professionstheoretischen und -bildungspolitischen Diskussion geht es heute weniger um die Verberuflichung und stärker um die Frage nach der → Professionalität: Über welche Kompetenzen müssen Erwachsenenbildner verfügen? Während es im europäischen Ausland (z.B. Schweiz) standardisierte und zertifizierte Qualifizierungsmodelle gibt, startete die Diskussion in Deutschland erst in den letzten Jahren mit Blick auf den EQR ( → Europäische Erwachsenenbildung). Im Zuge der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Master entstehen neue Studiengänge mit Spezialisierung, wie z.B. Beratung, Management oder internationale Fragestellungen ( → Weiterbildung der Weiterbildner).

Literatur

  • Ambos, I./Egetenmeyer, R. u.a.: WbMonitor 2008: Personalentwicklung und wirtschaftliches Klima bei Weiterbildungsanbietern. Bonn 2008. URL: https://www.wbMonitor.de/downloads/Ergebnisse_20081218.pdf

  • DIE: Trends der Weiterbildung. DIE-Trendanalyse 2008. Bielefeld 2008

  • Krüger, H.-H./Rauschenbach, T. u.a.: Diplom-Pädagogen in Deutschland. Survey 2001. Weinheim 2003

  • Research voor Beleid: ALPINE – Adult Learning Professions in Europe. A study of the current situation, trends and issues. Final Report. Zoetermeer 2008

  • Wirtschafts- und Sozialforschung: Erhebung zur beruflichen und sozialen Lage von Lehrenden in Weiterbildungseinrichtungen. Schlussbericht. Kerpen 2005. URL: www.bmbf.de/pub/berufliche_und_soziale_lage_von_lehrenden_in_weiterbildungseinrichtungen.pdf (Stand: 11.11.2009)

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt