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Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung

Das Wörterbuch Erwachsenenbildung bündelt das gegenwärtige Wissen über Erwachsenenbildung. Es enthält über 300 Stichworte zu den Themenfeldern Didaktik und Methodik, Forschung und Wissenschaft, Geschichte und Entwicklung, Lernen und Erfahrung, Organisation und Profession, Politik und Recht sowie Theorien und Konzepte. Alle Artikel wurden von ausgewiesenen Fachleuten nach dem neuesten Stand der Diskussion verfasst. Sie sind urheberrechtlich geschützt.

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Peter Brandt

Zeitschriften

Als Z. werden Presseerzeugnisse bezeichnet, die in gedruckter oder elektronischer Form periodisch erscheinen, auf einen begrenzten Inhaltsbereich fokussieren und eine selbstgestellte redaktionelle Aufgabe erfüllen. Im Gegensatz zur Zeitung sind Z. nicht gleichermaßen vom Anspruch der Aktualität und Universalität dominiert und zielen eher auf Hintergrundberichterstattung ab. Die ersten Z. werden auf die zweite Hälfte des 17. Jh. datiert. Die „Journale“ sind, ebenso wie die Zeitung, im Zuge der Aufklärung aus der Pressegattung der Flugschriften hervorgegangen.

Eine grobe Systematisierung des Z.wesens gliedert in Publikums- und Fachz. sowie die konfessionelle Presse. Fachz. haben den Anspruch, in ihrem Gegenstandsbereich eine seismographische Funktion zu erfüllen, einflussreiche Trends zu identifizieren und Themen zu setzen. In Deutschland erscheinen jährlich mehr als 3.500 Fachz. (2007: 3.899). Nur knapp die Hälfte der verbreiteten Auflage wird verkauft. Der Fachmedienumsatz aller Fachverlage betrug im Jahr 2007 3,08 Mrd. €; davon entfallen knapp zwei Drittel (1,99 Mrd. €) auf Fachz.

Theoretisch werden berufsbezogene und wissenschaftliche Fachz. unterschieden. Die Funktion berufsbezogener Fachz. besteht darin, einer bestimmten Berufsgruppe aktuelles Hintergrundwissen handlungsorientiert bereitzustellen und aufzubereiten. Für die Sicherstellung der Professionalität ist die Lektüre einschlägiger Fachz. unverzichtbar. Wissenschaftliche Fachz. sind fundamentale Orte des Fachdiskurses von Wissenschaftsdisziplinen. Sie verschaffen – im Unterschied zum Fachbuch – einen breiten Überblick über Entwicklungen einer Disziplin und machen Forschungsergebnisse schneller und prägnanter zugänglich.

Wissenschaftliche Z. werden im Rahmen der Wissenschaftsforschung nach ihrem Impact-Faktor und ihren Qualitätssicherungsverfahren bewertet.

Der Impact-Faktor von Z. berechnet sich als durchschnittlicher Quotient von Artikel-Zitationen aus der betreffenden Z. und allen möglichen zitierbaren Artikeln. Dabei muss auf einen Zitationsindex zurückgegriffen werden, wie er für den Bereich der Bildungswissenschaften mit dem Social Sciences Citation Index (SSCI) vorliegt. Unter den 143 dort gelisteten Z. zum Themengebiet „Education & Educational Research“ (Stand 2008) befinden sich drei deutsche Z. („ZfErz“, „ZfPäd“, „Zeitschrift für die Soziologie der Erziehung und Sozialisation“) sowie eine im engen Sinne erwachsenenpädagogische („Adult Education Quarterly“).

Für die Qualitätssicherung wissenschaftlicher Z. haben sich Referierungsverfahren durchgesetzt. Eingereichte Beiträge erscheinen erst, wenn sie ein formalisiertes Begutachtungsverfahren durchlaufen haben (etwa als „Peer Review“). Der Output von Wissenschaftlern wird zunehmend daran gemessen, wie viel in referierten Z. veröffentlicht wurde. Folgende internationale Z. im Bereich der EB/WB sind peer-reviewed: „International Journal of Lifelong Education“, „Convergence“, „Studies in the Education of Adults” und „International Journal of University Adult Education“. Die erste referierte Zeitschrift im Umfeld der deutschen EB ist der „Report. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung“ (seit 1977, hrsg. von Einzelpersonen, über das DIE).

Die deutsche Zeitschriftenlandschaft im Feld der EB/WB wird dominiert von Z., die zugleich an Wissenschaft(en) wie am Handlungsfeld orientiert sind, mit einer Schwerpunktsetzung entweder auf der einen oder der anderen Seite. Bedeutende überregionale Z. dieser Art sind „Weiterbildung“ (ehemals „GdWZ“, seit 1990, hrsg. von Einzelpersonen), die „DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung“ (seit 1993, hrsg. von E. Nuissl, über das DIE), die „Hessischen Blätter für Volksbildung“ (seit 1951, Träger: HVV), „Erwachsenenbildung“ als Fachorgan der katholischen Erwachsenenbildung in Deutschland (seit 1955, Träger: KBE), ihr evangelisches Pendant „Forum EB“ (hrsg. von der DEAE) sowie „dis.kurs“, das Magazin des DVV.

Eng berufsbezogene Titel („managerSeminare“, „Personalwirtschaft“) stellen in der deutschen WB ebenso eine Ausnahme dar wie Z. allein für die wissenschaftliche Community („Report“, „Internationales Jahrbuch für Erwachsenenbildung“).

Für die berufliche WB ist „BWP Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ (seit 1971, hrsg. vom BIBB) einschlägig, während für die politische EB folgende Titel zu nennen sind: „kursiv – Journal für die politische Bildung“ (seit 1997, hrsg. von Einzelpersonen), „Praxis politische Bildung“ (seit 1996, hrsg. vom Bundesausschuss Politische Bildung) und „Außerschulische Bildung“ (seit 1971, hrsg. vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten).

Eine beachtliche Konzentration von Weiterbildungsz. ist in den letzten Jahren beim W. Bertelsmann Verlag in Bielefeld zu beobachten.

Im Durchschnitt blicken die heute bestimmenden Z. auf keine lange Geschichte zurück. Gleichwohl gibt es bereits seit dem späten 19. Jh. eine rege Z.produktion im Feld.

Die Wahrnehmung ausländischer Z. kommt im Bereich der EB nur zögerlich voran. Hierzulande werden in begrenztem Maße wahrgenommen: Z. aus der Schweiz („Education permanente“) und aus Österreich („Die Österreichische Volkshochschule“), drei beim englisch-walisischen „National Institute of Adult Continuing Education“ erscheinende Z. („Adults learning“, „Studies in the Education of Adults“, „Journal of Adult and Continuing Education“), das „International Journal of Lifelong Education“ oder das mit dezidiert europäischer Perspektive erscheinende „LLinE – Lifelong Learning in Europe“. 2005 hat ein Grundtvig-Projekt mit der Vernetzung von Redaktionen erwachsenenpädagogischer Zeitschriften in Europa begonnen („European InfoNet Adult Education“).

Die meisten der genannten Z. haben einen eigenen Internetauftritt und bieten in wachsendem Umfang Volltexte zum Download an.

Z. sind für den Fachdiskurs nicht nur deshalb interessant, weil sie erwachsenenpädagogische Themen zum Gegenstand machen. An ihnen findet ganz unmittelbar auch Erwachsenenlernen statt, selbstgesteuert und informell.

Literatur

  • Deutsche Fachpresse (Hrsg.): Fachpresse Statistik 2007. Frankfurt a.M. 2008. URL: www.deutsche-fachpresse.de/fileadmin/allgemein/statistik/Statistik_2007.pdf (Stand: 10.12.2009)

  • Parhey, H./Umstätter, W. (Hrsg.): Wissenschaftliche Zeitschrift und Digitale Bibliothek. Berlin 2003

  • Schlutz, E.: Zur Etablierung einer wissenschaftlichen Zeitschrift für die Erwachsenenbildung. In: Report. Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung, H. 50, 2002

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hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl
2. Aufl. 2010, 334 S., 29,90 €

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Quelle: Online-Wörterbuch Erwachsenenbildung. Basierend auf: Wörterbuch Erwachsenenbildung. Hg. v. Rolf Arnold, Sigrid Nolda, Ekkehard Nuissl. 2., überarb. Aufl., Verlag Julius Klinkhardt / UTB. ISBN 978-3-8252-8425-1. © 2010 Julius Klinkhardt